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Schutz bei Zahlungsausfällen

Zahlungsausfälle Forderungen Lieferungen

Nach der Lieferung eines Produktes oder der Erbringung einer Leistung sind nicht mehr Sie am Zug. Der Empfänger bzw. Kunde ist nun dazu angehalten eine Zahlung zu leisten. Leider gibt es zahlreiche Kunden, die dieser Pflicht nicht nachkommen können, aber auch wollen. Denn oft ist pure Absicht der Grund für Zahlungsausfälle. In Zeiten, wo Insolenzen an der Tagesordnung stehen, erhöhen sich auch die Chancen, dass Sie Ihr verdientes Geld nicht zu Gesicht bekommen. Welche Maßnahmen nun zu setzen sind erfahren Sie hier.

Vorgehensweise

Es tritt der Fall ein, dass ein Kunde nicht in der vereinbarten Frist, den Betrag bezahlt. Abwarten – wie es häufig Unternehmen praktizieren – ist hier der falsche Schritt. Unmittelbar, wenn Sie das Säumnis des Kunden entdecken, sollten Sie erste Maßnahmen ergreifen. Setzen Sie mittels einer schriftlichen Mahnung eine Nachfrist, die dem Kunden somit weitere Zeit gibt, die Forderung zu begleichen. Kommt er dieser „Einladung“ wieder nicht nach (auch nicht nach einer weiteren, schriftlich vereinbarten, Nachfrist), so ist eine letzte Mahnung, welche auch diesen treffenden Namen tragen darf, zu versenden. Rechtliche Schritte wären die allerletze Konsequenz. Der Schuldner muss in der Regel für alle entstanden finanziellen Aufwendungen (z.B. Spesen, Zinsen) aufkommen.

Schutz- und Absicherungsmaßnahmen

Factoring

Dieser Begriff bezeichnet den Verkauf von Forderungen. Der Käufer (=Factor) hat durch den Ankauf nun das Risiko, diese nicht vollständig einbringen zu können. Daher ist es auch nicht üblich, nur zweifelhafte Forderungen zu verkaufen, sondern alle. Sie müssen dem Dienstleister diese Risikoübernahme natürlich monetär abgelten. Factoring ist nur unter gewissen Voraussetzungen sinnvoll und möglich.

Kreditversicherung

Mit dieser Art der Versicherung schützen Sie sich vor Zahlungsausfällen bei den Lieferforderungen (=Lieferantenkredit), die unter gewissen Voraussetzungen entstehen (z.B. Insolvenz, Zahlungsverzug). Im Bedarfsfall erhalten Sie dann eine Entschädigung, die den Großteil der ursprünglichen Schuld abdeckt. Die genauen Vereinbarungen sind hier individuell geregelt.

Vertragsvereinbarungen

Sie sollten sich unbedingt durch schriftliche Vereinbarungen in Verträgen gegen Zahlungsausfälle absichern. Ein Klassiker hierbei ist der Eigentumsvorbehalt („Die Ware bleibt bis zur vollständigen Bezahlung im Eigentum des Verkäufers.“). Aber auch andere Möglichkeiten wie Bankgarantien, Sicherungsabtretungen oder Bürgschaften können vertraglich festgeschrieben werden.

Tipps

  • Organisation: Ein ordentlich geführtes Mahnwesen reduziert Fehlerquellen und ermöglicht es schnell und nachhaltig auf Zahlungsverzug zu reagieren.
  • Mahnungen: Das Versenden zweier Mahnungen gilt als Obergrenze, danach sind andere Schritte zu setzen.
  • Kontrolle: Prüfen Sie die vorhanden Daten sorgfältig (bei Fehlern hat der Kunde ansonsten etwas gegen Sie in der Hand).
  • Information: Das Einholen von Informationen über Ihre (Groß-)Kunden und Partner ist ein wichtiger Teil zur Vorbereitung einer erfolgreichen Geschäftsbeziehung. Hierbei sollten Sie auch bei fachkundigen Organisationen (z.B. „Bonitätsauskunft“ beim Kreditschutzverband von 1870) um Auskunft bitten, ob der Kunde schon durch Nichtzahlung „amtsbekannt“ ist.
  • Fristen: Setzen Sie immer vertretbare Fristen, aber achten Sie darauf, dass Forderungen nach drei Jahren verjähren (Ausnahme: Gerichtsverfahren dazu läuft).
  • Anreize: Damit es gar nicht erst soweit kommt, dass Ihre Kunden nicht bezahlen, gilt es diese zu locken. Denken Sie über die Möglichkeit eines Skontos nach.

Dieser Artikel stammt von:

wiwiki.at