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Mehrfachversicherung (SV)

Mehrfachversicherung im Falle der Sozialversicherung bedeutet, dass eine Person an verschiedene Sozialversicherungsträger Beiträge leisten muss. Das ist dann der Fall, wenn jemand zwei oder mehrere Erwerbstätigkeiten ausübt oder Geldleistungen (z. B. Pensionen) bezieht, die mit unterschiedlichen Versicherungen verbunden sind, z.B. ein Gewerbetreibender steht zusätzlich in einem Dienstverhältnis.

Mehrfachversicherung Sozialversicherung

Damit in Summe nicht mehr als der Höchstbeitrag geleistet werden muss, ist eine genaue Rangordnung vorgegeben. Dies bedeutet, dass der vorrangige Versicherungsträger die Beiträge in voller Höhe berechnet, erst dann kommen die nachrangigen Versicherungsträger „zum Zug“.

Steht z.B. eine Person in einem Dienstverhältnis und übt sie daneben ein Gewerbe aus, so werden vom Gehalt die vollen Sozialversicherungsbeiträge nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) einbehalten und an die Gebietskrankenkasse abgeführt. An die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft sind Beiträge nach dem Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG) nur insofern zu leisten, als sie insgesamt den Höchstbeitrag nicht übersteigen. Damit auch nicht zu viel vorgeschrieben wird, ist ein „Antrag auf Differenzvorschreibung“ zu stellen. Die monatliche Bemessungsgrundlage für die Ermittlung des Höchstbeitrages beträgt im Jahr 2015 € 5.425,00. In der Rangordnung steht also das ASVG über dem GSVG. Erzielt die Person in unserem Beispiel mit dem Gewerbebetrieb einen Verlust, so sind keine GSVG-Beiträge zu leisten, wenn für die Einkünfte aus dem Dienstverhältnis die Mindestbeiträge entrichtet werden.

Hinweis:

Diese Ausführungen betreffen die Kranken- und Pensionsversicherungen. Beiträge zur Unfallversicherung und zur Selbstständigen-Vorsorge bzw. Mitarbeitervorsorge sind mehrfach zu bezahlen.