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Abfertigung

Die MitarbeiterInnenvorsorge für DienstnehmerInnen und für freie DienstnehmerInnen. 

Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die nach dem 31.12.2002 in Ihr Unternehmen eingetreten sind, fallen automatisch unter das System der Abfertigung Neu. Wenn Ihre Mitarbeiter jedoch vor dem 1. Jänner 2003 in Ihre Firma eingetreten sind und für sie die Bestimmungen des § 23 AngG gelten, haben sie gesetzliche Abfertigungsansprüche, die Sie als Unternehmer unter bestimmten Voraussetzungen zu begleichen haben.

Abfertigung Alt

Einer Ihrer Mitarbeiter ist beispielsweise im Jahr 2000 mit 35 Jahren in Ihr Unternehmen eingetreten und bezog ein Jahresgehalt von EUR 25.000,– brutto. Nimmt man eine Gehaltssteigerung von jährlich 3 % an, steht ihm nach 12 Jahren Betriebszugehörigkeit ein Abfertigungsbetrag von EUR 11.881,24 (4 Monatsgehälter) zu. Bleibt der Mitarbeiter bis zu seiner voraussichtlichen Pensionierung im Jahr 2030 in Ihrem Unternehmen, verdient er unter den gleichen Annahmen EUR 60.681,56 im Jahr – und so hoch ist dann auch sein Abfertigungsanspruch!

Je nach Alter des Mitarbeiters werden diese Abfertigungsansprüche in Ihrer Bilanz als Rückstellung im Ausmaß von 45 % bzw. 60 % ausgewiesen. Mit den Jahren steigt der Abfertigungsanspruch – und damit auch die Höhe dieser Rückstellung. Rückstellungen sind eine buchhalterische Maßnahme und stellen im Bedarfsfall keine finanziellen Mittel dar.

Liquiditätsengpässe vermeiden!

Früher mussten Unternehmen für Abfertigungszahlungen zumindest teilweise Wertpapiere im Bestand halten und auf diese Weise vorsorgen. Diese gesetzliche Verpflichtung ist 2007 entfallen – und in vielen Fällen damit auch die Vorsorge. Dadurch kann es für Sie und Ihre Firma im Falle der Abfertigungszahlung zu erheblichen Liquiditätsengpässen kommen. Geht nämlich einer Ihrer Mitarbeiter in Pension, sind Sie möglicherweise mit Fehlbeträgen im Ausmaß der gesamten Abfertigungsverpflichtung konfrontiert. Und die kann ein ganzes Jahresbruttoentgelt ausmachen.

Besonders hoch ist der Liquiditätsbedarf dann, wenn Sie selbst als Einzelunternehmer Ihre Pension antreten wollen oder den Betrieb auflösen: Denn zu diesem Stichtag sind dann sämtliche Abfertigungsansprüche aller Mitarbeiter zu begleichen!

Die Lösungen

1. Abfertigungsrückdeckungsversicherung

Bei dieser Lösung für Abfertigungsansprüche ist das Unternehmen zugleich Versicherungsnehmer, Beitragszahler und Empfänger der Versicherungsleistung.
Die Beiträge sind Betriebsausgaben. Die Wertsteigerung der Rückdeckungsversicherung wird als Ertrag ausgewiesen und verbessert die Bilanzoptik. Die Unternehmensleitung entscheidet dabei, für welche MitarbeiterInnen sie diese Form der Absicherung wählt
Die Vorteile für ein Unternehmen reichen von der gleichmäßigen und planbarn Liquiditätsbelastung über die Ausfinanzierung der Ansprüche zum Ende der Laufzeit bis hin zur geringeren Gesamtbelastung im Vergleich zur herkömmlichen Vorsorge.

2. Abfertigungs-Direktversicherung (Auslagerung)

Seit dem Jahr 2001 gibt es die Möglichkeit, bestehende Abfertigungsverpflichtungen zur Gänze an eine Versicherung auszulagern (Erlass des BMF zur RZ 3369a der EStR 2000). Dabei schließt der Unternehmer eine so genannte Direktversicherung ab, wobei der Arbeitnehmer im Abfertigungsfall direkt die Versicherungsleistung erhält.
Durch eine einmalige Startprämie in Höhe der steuerrechtlichen Rückstellung und laufende Prämienzahlungen wird die Abfertigungsverpflichtung zum Pensionsantritt ausfinanziert und direkt an die ArbeitnehmerInnen ausbezahlt. Sollte zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Abfertigungszahlung das in der Versicherung angesparte Kapital nicht ausreichen, so hat das Unternehmen eine Nachschussprämie zu leisten. Wurde zu viel Kapital angespart oder scheidet eine Mitarbeiterin ohne Ansprüche aus (z.B. bei Selbstkündigung), so fließt das angesparte Kapital an den Arbeitgeber zurück.

3. Vorsorgekasse – Abfertigung Neu

Mit der Zahlung der Beiträge in eine Vorsorgekasse sind alle Abfertigungsverpflichtungen des Unternehmens erfüllt: Der/die DienstgeberIn leistet für jede/n DienstnehmerIn, der/die nach dem 31.12.2002 ins Unternehmen eingetreten ist und seit 1.1.2008 auch für freie DienstnehmerInnen Beträge an eine betriebliche Vorsorgekasse. Der Beitrag beläuft sich auf 1,53% der Bemessungsgrundlage gemäß § 49 ASVG (Allgemeines Sozialversicherungsgesetz). Die Beitragsleistung des Dienstgebers/ der Dienstgeberin für den/die jeweilige/n DienstgeberIn beginnt einen Monat nach Aufnahme des Arbeitsverhältnisses.

Dieser Artikel stammt von:

Allianz Elementar Versicherungs-AG