Wirtschaftswissen.

Clever. Aktuell. Einfach.

Wissen finden:

Zur Themenauswahl
Volltextsuche

Umsatzsteuer im Überblick

Die Umsatzsteuer (USt), umgangssprachlich Mehrwertsteuer, besteuert die Lieferungen und Leistungen Ihres Unternehmens. Der Endverbraucher bezahlt die Umsatzsteuer, wenn er Ihr Produkt erwirbt oder Ihre Leistung in Anspruch nimmt. Sie führen den Betrag an das Finanzamt ab. Die Umsatzsteuer ist kein Aufwand, sondern durchläuft lediglich Ihren Betrieb (=Durchlaufsteuer).

Der Umsatzsteuer unterliegen folgende Vorgänge:

  • Wenn Ihr Unternehmen Lieferungen und Leistungen gegen Entgelt in Österreich vollbringt.
  • Wenn Sie als Unternehmer Waren aus Ihrem Unternehmen für den Eigenbedarf bzw. Eigenverbrauch entnehmen.
  • Wenn Ihr Unternehmen aus einem Nicht-EU-Land Waren einführt (= Einfuhrumsatzsteuer).
  • Wenn Ihr Unternehmen aus einem EU-Land Waren einführt (= Erwerbssteuer).

Vorsteuer

Erwirbt oder konsumiert Ihr Unternehmen ein Produkt oder eine Leistung, so wird die enthaltene Umsatzsteuer – in diesem Fall genannt Vorsteuer (VSt) – vom Finanzamt zurückerstattet bzw. gutgeschrieben.

Bedingungen für einen Vorsteuerabzug

Es gibt einige Bedingungen für einen Vorsteuerabzug, die Sie als Unternehmer beachten müssen. Die Ware oder Dienstleistung muss dem Unternehmen dienen. Hierbei wird ein unternehmerischer Nutzen von mindestens 10 % vorgeschrieben, um sich dafür einen Vorsteuerabzug zu genehmigen. Zweite wichtige Voraussetzung ist eine Rechnung, die alle gesetzlich erforderlichen Merkmale beinhaltet.

UID-Nummer

Ihr Unternehmen bekommt vom Finanzamt eine Steuernummer zugeteilt, die sogenannte Umsatzsteueridentifikationsnummer, kurz UID-Nummer. Diese ist EU-weit vereinheitlicht und dient als Identifizierungsmaßnahme. Zudem ist sie Voraussetzung für die Umsatzsteuerfreiheit einer Lieferung zwischen EU-Staaten. In Österreich besteht die Kennzeichnung aus dem Länderkürzel AT, gefolgt vom Buchstaben U und acht Ziffern.

Höhe der Umsatzsteuer

In Österreich beträgt die Umsatzsteuer 20 %. Einige Produkte/Leistungen (z.B. Zeitungen, Personenbeförderung, Bücher,etc.) haben einen ermäßigten Steuersatz von 10 %.

Steuerbefreiungen

Echte Befreiungen: Sie können Ihre Vorsteuerbeträge weiterhin beim Finanzamt geltend machen, obwohl eine Befreiung von der Umsatzsteuer vorherrscht. Häufigstes Beispiel in diesem Zusammenhang sind Exporte in Nicht-EU-Staaten.

Unechte Befreiungen: Hierbei haben Sie kein Recht Vorsteuer vom Finanzamt einzufordern. Berufsgruppen mit dieser Art der Steuerbefreiung sind z.B. Kleinunternehmer (bis 30.000 € Netto-Jahresumsatz), Versicherungsvertreter und Vermögensberater.

Kleinunternehmer

Als Kleinunternehmer sind Sie unecht steuerbefreit. Sie gelten als Kleinunternehmer bis zu einem Jahresumsatz von 30.000 Euro. Diese Grenze darf einmal in fünf Jahren um höchstens 15% überschritten werden. Sie können auf diese Befreiung, aber auch verzichten um Vorsteuer geltend zu machen. Fallen Sie in diesen Bereich so haben Sie auch keine Umsatzsteuervoranmeldung sowie Steuererklärung abzugeben. Mehr Informationen zur Kleinunternehmerregelung.

Vorsteuerabzugsberechtige Fahrzeuge

Die meisten Kraftfahrzeuge sind nicht vorsteuerabzugsberechtigt. Das heißt beim Kauf, Warten und Reparieren des Fahrzeuges dürfen Sie keine Vorsteuer beim Finanzamt verlangen. Bei einigen Fahrzeugen können Sie sich als Unternehmer, aber die Vorsteuer vom Finanzamt zurückholen und so Geld sparen. Zur Liste der vorsteuerabzugsberechtige Fahrzeuge.

Entstehen der Steuerschuld

Wann Ihre Schuld der Umsatzsteuer beim Finanzamt entsteht, ist abhängig von der Methode. Es wird unterscheiden zwischen der Soll- und Istbesteuerung.

Bei der Sollbesteuerung entsteht Ihre Steuerschuld am Ende des Monats, in dem die Leistung erbracht worden bzw. das Produkt geliefert worden ist. Der Zeitpunkt der Rechnunglegung kann aber die Entstehung der Schuld um höchstens einen Monat nach hinten verschieben.

Bei der Istbesteuerung spielt lediglich der Tag der Zahlung eine Rolle. Am Ende dieses Monats entsteht Ihre Steuerschuld. Welche Art für Ihr Unternehmen anzuwenden ist, hängst von Jahresumsatz, Branche und Gewinnermittlungsart ab.

Fälligkeit der Umsatzsteuer

Jahresumsatz größer als 100.000 €: Sie haben ab Entstehen Ihrer Steuerschuld einen Monat und 15 Tage Zeit Ihre Umsatzsteuerzahllast an das zuständige Finanzamt zu überweisen. Beispielsweise ist die Zahllast des Monats Mai bis zum 15. Juli zu entrichten.

Jahresumsatz zwischen 30.000 € und 100.000 €: Sie haben ab Quartalsende einen Monat und 15 Tage Zeit Ihre Umsatzsteuerzahllast an das zuständige Finanzamt zu überweisen. Beispielsweise ist die Zahllast des zweiten Quartals bis 15. August zu entrichten.

Berechnung der Umsatzsteuer

Die Differenz zwischen Umsatzsteuer (bei Ihren verkauften Leistungen bzw. Produkten) und Vorsteuer (bei Ihren gekauften Leistungen bzw. Produkten) wird errechnet. Das Ergebnis nennt sich Umsatzsteuerzahllast. So ergibt sich für Ihren Betrieb entweder eine Schuld oder Gutschrift gegenüber dem Finanzamt.

Umsatzsteuervoranmeldung

In der Umsatzsteuervoranmeldung ermitteln Sie die Gutschrift oder Schuld gegenüber dem Finanzamt. Sie stellen also Umsatz- und Vorsteuer gegenüber und errechnen die Differenz. Einzureichen haben Sie die Voranmeldung bis zum Tag der Fälligkeit (abhängig ob monatlich oder quartalsweise) der Umsatzsteuer elektronisch beim Finanzamt. Zum Formular für die Umsatzsteuervoranmeldung.

Umsatzsteuererklärung

Alle Unternehmen (ausgenommen Kleinunternehmer) sind dazu angewiesen jährlich eine Umsatzsteuererklärung auszufüllen, in der Sie die Umsatzsteuerzahllast berechnen. Dieses Dokument ist lediglich eine Zusammenfassung der monatlichen Voranmeldungen, deshalb sollten sich die zwölf Monatsbeträge zusammen mit der jährlichen Gesamtsumme decken. Die Erklärung ist bis 30. April (bei analoger Abgabe) bzw. 30. Juni (bei digitaler Abgabe) des darauffolgenden Jahres an das Finanzamt zu übermitteln. Es wird ein schriftlicher Bescheid ausgestellt. Das Formular dazu: hier.

Dieser Artikel stammt von:

wiwiki.at