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Einkommensteuer im Überblick

Die Einkommenssteuer (ESt) müssen Sie als Unternehmer an den Staat abführen. Sie ist vergleichbar mit der Lohnsteuer für den Arbeitnehmer und der Körperschaftssteuer für juristische Personen. Der Betrag ist abhängig von Ihren Einkünften.

Berechnung des einkommensteuerpflichtigen Einkommens

Es gibt sieben verschiedene Einkunftsarten, die bei der Ermittlung des Einkommens eine Rolle spielen (1.-3. Betriebliche Einkunftsarten, 4.-7. Außerbetriebliche Einkunftsarten).

  1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (betrifft z.B. Gewinne von Bauern)
  2. Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (betrifft z.B. Gewinne von Freiberuflern wie Ärzte oder Schriftsteller)
  3. Einkünfte aus Gewerbebetrieb (betrifft z.B. Gewinne von Tischlereien oder Handelsbetriebe)
  4. Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (keine Relevanz für Sie als Unternehmer, lediglich als Arbeitnehmer ein Thema)
  5. Einkünfte aus Kapitalvermögen (betrifft z.B. Erträge aus Wertpapieren, Anleihen oder Sparguthaben
  6. Einkünfte aus Vermietung oder Verpachtung (betrifft z.B. Gewinne aus der Vermietung von Häusern oder Wohnungen)
  7. Sonstige Einkünfte (darunter fallen z.B. Gewinne aus Spekulationsgeschäften)

Bilden Sie die Summe der gesamten Einkünfte und ziehen Sie etwaige Sonderausgaben (z.B. Personenversicherungen), außergewöhnliche Belastungen (z.B. Krankheitskosten) oder Kinderfreibeträge ab – das Ergebnis ist nun Ihr zu versteuerndes Einkommen (=Steuerbemessungsgrundlage). Was genau zusätzlich abgezogen werden darf, finden Sie hier. Ergibt sich hierbei ein negativer Wert, also ein Verlust, sind spezielle Vorgangsweisen notwendig (Möglichkeiten zur Verlustverwertung) mehr.

Höhe der Einkommensteuer

Wie hoch der Betrag Ihrer Einkommensteuer tatsächlich ist hängt von der Steuerklasse ab, in die Sie mit Ihrem Einkommen fallen, und von den Absetzbeträgen, die Sie geltend machen dürfen.

In Österreich gibt es hier vier Steuerklassen. Einkommen bis 11 % sind steuerfrei. Einkünfte über 60.000 Euro werden am höchsten besteuert.

Etwaige Absetzbeträge reduzieren Ihre Steuer direkt, z.B. weil Sie Alleinverdiener sind oder Kinder haben.

Berechnung der Einkommensteuer

Wie Sie die Einkommensteuer berechnen, lässt sich gut anhand eines Beispieles veranschaulichen.

  1. Einkommen bzw. Steuerbemessungsgrundlage 20.000 € (Annahme: hier sind Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastung bereits abgezogen)
  2. Sie fallen in die Steuerklasse der Einkünfte von 11.000 bis 25.000 €.
  3. Setzen Sie in die dafür vorgesehene Formel ein.
  4. ((20.000-11.000)*5.110)/14.000 = 3.285
  5. Ihre Einkommensteuer beträgt 3.285 € ohne Absetzbeträge.

Einkommensteuererklärung

Generell sind Sie dazu verpflichtet eine Einkommensteuererklärung beim zuständigen Finanzamt elektronisch einzureichen. Auch hier gibt es einige Ausnahme, beispielsweise wenn Ihre Einkünfte lohnsteuerpflichtige Teile enthalten oder den Betrag von 11.000 Euro nicht übersteigen. Mehr Infos. Auch hierfür gibt's ein Formular.

Bis 30. April (bei analoger Abgabe) bzw. 30. Juni (bei digitaler Abgabe) des nächsten Jahres sind Sie zur Abgabe der Steuererklärung inklusive etwaiger Beilagen verpflichtet. Diese Frist kann bei Bedarf mit einem Ansuchen verlängert werden.

Nach Prüfung durch die Behörde erhalten Sie einen Bescheid ausgestellt, in dem Sie dann die tatsächliche Einkommensteuer ablesen können. Einkommensteuervorauszahlungen, die Sie während des Jahres getätigt haben, werden klarerweise berücksichtigt. Auch Lohnsteuer, die Sie etwa im Rahmen eines Dienstverhältnisses als Arbeitnehmer bereits bezahlt haben, mindert den Betrag weiter.

Es gibt die Möglichkeit bei Unstimmigkeiten gegen den Bescheid zu berufen.

Fälligkeit der Einkommensteuer

Einen Monat ab Ausstellung des Bescheides ist dann Ihre festgelegte Einkommenssteuer zu bezahlen.

Einkommensteuervorauszahlungen

Während des Jahres haben Sie Vorauszahlungen betreffend der vermutlichen Einkommensteuer zu leisten. Einen Monat und 15 Tage nach Quartalsende sind diese zu entrichten.

Dieser Artikel stammt von:

wiwiki.at