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Rechtsform allgemein

Die Rechtsform ist für Ihr Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Sie nimmt viel Einfluss auf unternehmerische Handlungen. Besonders für Gründer ist die Wahl der Rechtsform wichtig. Aber auch bestehende Unternehmen sollten in regelmäßigen Abständen überprüfen, ob Sie die optimale Rechtform haben, denn Gesetze ändern sich laufend. Freunden Sie sich schon mal damit an: Die perfekte Rechtform gibt es nicht! Nachteile sind immer vorhanden.

Unternehmerbegriff

Bestimmungen für eine unternehmerische Tätigkeit sind im Unternehmensgesetzbuch (UGB) festgelegt. Im ersten Paragrafen wird dort definiert wer als Unternehmer gilt: Unternehmer ist, wer ein Unternehmen betreibt. Für den Gesetzgeber ist ein Unternehmen eine dauerhafte Organisation, die selbstständig wirtschaftlich tätig ist. Dabei ist es nicht relevant, ob die Unternehmung auf einen Gewinn abzielt.

Verteilung

72% Einzelunternehmen
19% Kapitalgesellschaft (GmbH, AG)
7% Personengesellschaft (OG, KG)
2% sonstige Formen (z.B. ausländische Rechtsformen)
Quelle: WKO Jänner 2013

Kriterien

Bei der Wahl der optimalen Rechtsform sind viele Kriterien zu bedenken.

  • Haftung
  • Situation (z.B. Gründungs- oder Wachstumsphase)
  • Vertretung
  • (Um-)Gründungskosten
  • Anzahl der Beteiligten
  • Besteuerung
  • Sozialversicherung
  • Gewerbeberechtigung
  • Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung
  • Geschäftsführung
  • Publizitätspflicht
  • uvm.

Rechtsformaufwand

Ebenso ein nicht zu vernachlässigendes Kriterium bei der Wahl der Rechtsform ist der laufende Rechtsformaufwand. Damit ist gemeint, welche Kosten allein durch die Begebenheiten der Rechtsform entstehen. Bei bestimmten Rechtsformen sind laufende Eintragungen ins Firmenbuch vorgeschrieben und genau diese gehen ins Geld. Bei der GmbH & Co KG ist z.B. auf Grund der zwei Jahresabschüsse doppelte Arbeit notwendig. Der Steuerberater freut sich.

Grundsatzentscheidung

Bei der Gründung eines Unternehmens ist folgendes zu klären: Gehen Sie diesen Weg allein oder mit Partner(n)? Diese Entscheidung hat positive und negative Auswirkungen. Wiegen Sie Vor- und Nachteile gut ab. Bedenken Sie auch, dass Ihre Persönlichkeit Einfluss nimmt.

Vorteile einer Einzelunternehmung
  • Sie verfügen über den Gewinn.
  • Geringer Verwaltungsaufwand
  • Geringe Entnahmen (=nur Ihre Lebenskosten)
  • Einfache und günstige Gründung
  • Entscheidungsfreiheit
Nachteile einer Einzelunternehmung
  • Haftung mit Ihrem Privatkapital
  • Sie benötigen gewerberechtliche Befähigung.
Vorteile einer Unternehmung in Gesellschaft
  • Personelle Ressourcen (Erfahrung, Kompetenzen, Wissen, Fähigkeiten)
  • Arbeitsteilung, besseres Zeitmanagement
  • weniger (Gründungs-)Risiko
  • Leichterer Zugang zu Kapital
  • Höhere Erfolgschancen
Nachteile einer Unternehmung in Gesellschaft
  • Weniger Unabhängigkeit
  • Konfliktpotenzial
  • Gewinnaufteilung
  • Große Entnahmen (=mehr Beteiligte)
  • Haftungsübernahme für andere Gesellschafter (bei einigen Formen)

Beratung

Bezüglich der Rechtform steht Ihnen eine Vielzahl an Beratern zur Verfügung. Neben unabhängigen Personen der Wirtschaftskammer, beraten Sie auch Experten wie Steuer-, Unternehmensberater, Rechtsanwalt und Notar. Sie verfügen über ausreichend Wissen und fungieren als kompetente Ratgeber. Der Gründerservice der WKO stellt zudem einen Online-Ratgeber für die Wahl der optimalen Rechtsform bereit.

Gesellschafter

Als Gesellschafter (Anteilseigner) gelten Personen oder Unternehmen, die an einem Unternehmen durch eine Einlage beteiligt sind. Als Gesellschafter verfügen Sie über gewisse Rechte, aber auch einige Pflichten müssen Sie erfüllen. Diese Regelungen sind im Gesellschaftvertrag definiert und teilweise auch abgeändert. Für stille Gesellschafter gelten wiederrum andererechte und Pflichten.

Rechte von Gesellschafter
  • Informationsrecht (=Einsicht in die Bücher und Aufzeichnungen der Gesellschaft, Recht auf einen Jahresabschluss)
  • Gleichbehandlung (=keine grundlose Ungleichbehandlung der Gesellschafter)
  • Geschäftsführung/Vertretung (=jeder Gesellschafter ist zur Vertretung nach außen berechtigt und kann gewisse Entscheidungen alleine fällen)
  • Beteiligung am Gewinn der Gesellschaft
  • Aufwandsentschädigungen (=Bezahlung von Tätigkeiten für die Gesellschaft)
Pflichten von Gesellschafter
  • Mitwirkung in der Gesellschaft
  • Treuepflicht (=Handlungen im Interesse bzw. keine Schädigung der Gesellschaft)
  • Wettbewerbsverbot (=kein Tätigkeit im selben Geschäftszweig wie Gesellschaft)
  • Beitragspflicht (=leisten der Einlage in Form von Geld, Gütern, Rechten oder Arbeit)
  • Haftung (=beschränkt oder unbeschränkt)

Dieser Artikel stammt von:

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