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E-Commerce

Handel findet in unserer heutigen Zeit nicht mehr nur offline statt. Die Abwicklung von Geschäften über elektronischem Wege boomt. Hauptgrund ist klarerweise die Verbreitung des Internets mit all seinen praktischen Vorteilen. Eine Online-Präsenz ist für jedes Unternehmen fast schon ein Muss. Auch Online-Shops werden immer gefragter. Viele Unternehmen setzen nur auf einen Vertrieb über das Internet. E-Commerce ist eine komplexe vielschichtige Thematik. Dabei bedarf es organisatorischem und rechtlichem Wissen um erfolgreich diese Bühne zu betreten. Deshalb spielt elektronischer Handelsverkehr wohl auch für Ihr Unternehmen eine immer wichtigere Rolle.

Definition

Electronic Commerce heißt aus dem Englischen übersetzt elektronischer Handel. Dieser Begriff beschreibt also die Abwicklung von Geschäften über das Internet. E-Commerce wird deshalb oft mit virtuellem Marktplatz gleichgesetzt, aber Definitionen sehen hier oft Unterschiede. E-Business kann hingegen als eine Art Oberbegriff gesehen werden und umfasst neben dem Handel noch weitere elektronisch durchgeführte Geschäfts- und Unternehmensprozesse.

Varianten

Im Commerce-Bereich haben sich einige verschiedene Varianten herausgebildet. So wird Online-Handel über mobile Endgeräte (Smartphone, Tablets) als Mobile Commerce bezeichnet. Handel über Fernsehgeräte wird mit Tele-Commerce tituliert. Aber nicht nur klassische Webshops fallen unter das Kapitel E-Commerce. Auch Online-Versteigerungen (z.B. ebay.at), Privatverkaufsplattformen (z.B. willhaben.at) oder Internet-Tauschbörsen sind damit gemeint.

Handelsbeziehungen

Man unterscheidet im Online-Handel sehr stark nach Zielgruppe. Auch Sie müssen festlegen ob Sie an Geschäftskunden verkaufen und/oder Sie direkt den Konsumenten bedienen. Die wichtigsten Beziehungstypen sind:

  • B2B: Business to Business (Unternehmer zu Unternehmer)
  • B2C: Business to Consumer (Unternehmer zu Verbraucher)
  • B2A: Business to Administration (Unternehmer zu öffentlicher Einrichtung)
  • C2A: Consumer to Administration (Verbraucher zu öffentlicher Einrichtung)
  • C2C: Consumer to Consumer (Verbraucher zu Verbraucher)

Überlegungen

Bevor Sie den Handelsweg Internet erobern, ist es von Bedeutung einige Überlegungen anzustellen. Zwar kann online alles Mögliche verkauft werden, aber einige Produkte eigenen aus guten Gründen (z.B. leicht vergänglich, zu groß, nicht mobil,…) nicht für diese Art von Vertrieb. Weiters sollten Sie vorab prüfen ob ein Online-Shop zu Ihrem Unternehmen passt, sei es aus Sicht des Marketings, der Kultur oder der Struktur. Werden Sie sich auch den Auswirkungen auf Ihre bisherige Geschäftstätigkeit bewusst. Schlussendlich sollten Sie noch einen Blick auf die Konkurrenz werfen – wie sieht deren digitale Vermarktung aus? Ein durchdachtes Konzept wäre das Ergebnis Ihrer Überlegungen.

Argumente

Handel über das Internet bzw. ein Online-Shop bringt zahlreiche Vorteile mit sich:

  • internationalen Handel über große Distanzen
  • sehr einfache Erweiterung des Kundenkreises
  • für die Kunden bringt ein Online-Shop sehr viel Bequemlichkeit, die Möglichkeit rund um die Uhr einzukaufen
  • Schnelle Geschäfte und Geldtransfers
  • Bezahlung kann ganz leicht online erfolgen.
  • Gegenüber einem herkömmlichen Geschäft vergleichsweise günstig.
  • Verwaltungsaufwand ist geringer und elektronisch, dadurch auch effizienter
  • Informationsgewinn für den Kunden durch umfangreiche Produktbeschreibungen

Herausforderungen

Eingliederung
Für die Umsetzung, Betreuung und Wartung eines Web-Shops sind Ressourcen (personell, organisatorisch, finanziell) erforderlich. Die Inhalte müssen laufend aktualisiert und online schmackhaft präsentiert werden. Der zusätzliche Geschäftszweig muss auch in die Unternehmensstruktur eingepasst werden – Sie sollten mögliche Synergieeffekte prüfen.

Logistik
Beim Online-Handel muss das Produkt irgendwie zum Kunden geliefert werden. Der logistische Aufwand ist deshalb ziemlich groß. Das Hin und Her senden von Produkten kostet Ihnen viel Geld. Hohe Versandkosten schrecken aber den Kunden ab. Kompromisse und professionelle Kooperationen mit Versandunternehmen sind hier ratsam. Effizientes Management senkt Kosten und bringt zufriedene Kunden.

Konkurrenz
Da der Standort im Online-Geschäft keine Rolle mehr spielt ist Ihre Konkurrenz umso größer. Daher ist ein erfolgreiches Bestehen eine große Herausforderung. Preisvergleichsportale offenbaren zudem knallhart Preisunterschiede. Auch hier entscheidet Ihre Marketingstrategie, z.B. setzen Sie auf besonders qualitative einzigartige Produkte und/oder sprechen Sie gezielt Nischen an.

Kundenbedenken
Dann gibt es noch Hindernisse beim Kunden selbst. Sicherheitsbedenken, vor allem bei Geldtransaktionen sind nach wie vor verbreitet. Viele Kunden stehen Online-Bezahlsystemen wie PayPal mit großer Skepsis gegenüber und wünschen sich eine Rechnung mit der Möglichkeit auf Überweisung nach Erhalt der Ware. Und für viele ist oft das reale Erleben des Produktes kaufentscheidend. Mit Zusatzleistungen können Sie Ihre Angebote optimieren.

Vermarktung
Eine Bewerbung des Online-Shops ist fast Pflicht. Es müssen Maßnahmen getroffen werden um möglichst viele Kunden – und hier die Richtigen – auf Ihr Portal zu locken. Da Produkte meist über Suchmaschinen gesucht werden, sollten Sie den Fokus auf Suchmaschinenoptimierung und -marketing legen.

Gütezeichen

Durch das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen von ÖIAT (Österreichisches Institut für angewandte Telekommunikation) – in Zusammenarbeit mit der WK Österreich, Bundesarbeitskammer und dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft – werden Online-Shops zertifiziert. Dabei muss Ihr Online-Shop gewisse Kriterien erfüllen. Der Kunde erkennt durch dieses Zeichen seriöse und sichere Anbieter. Sie als Unternehmen hinterlassen einen professionellen Eindruck und gewinnen das Vertrauen der User. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Österreichischen E-Commerce-Gütezeichens.

Gesetz

Handel über elektronischem Wege unterliegt denselben gesetzlichen Grundlagen wie bei Abschlüssen von sonstigen Kaufverträgen. Dennoch gibt es für Online-Geschäfte eigene Richtlinien, die im E-Commerce-Gesetz (ECG) festgeschrieben sind. Teilbereiche behandeln den Datenschutz, Informationspflichten und den Vertragsabschluss. Wichtig dabei ist der Herkunftslandprinzip. Dieses besagt, dass der Webshop-Betrieber nach den gesetzlichen Bestimmungen zu wirtschaften hat, in denen er seinen Unternehmenssitz hat. Dieses Prinzip hat aber zahlreiche Ausnahmen, vor allem betreffend dem Urheberrecht und diverser Schutzrechte (Marken, Muster, Patent, etc.). Planen Sie über Ihren Online-Shop Waren ins Ausland zu verkaufen, informieren Sie sich umfangreich über die rechtliche Situation. So kann das Widerrufsrecht des Kunden unterschiedlich sein (Österreich: sieben Tage, Schweden: 14 Tage).

Leitfaden

Ausführliche Informationen zu allen Teilbereichen von E-Commerce – von rechtlichen Rahmenbedingungen über Lieferlogistik bis hin zu Zahlungsverkehr – liefert das Dokument „E-Commerce – Leitfaden für den online Handel“ auf über 80 Seiten.

Dieser Artikel stammt von:

wiwiki.at