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Kapitalbedarf im Überblick

Wie viel Kohle benötigen Sie bis Ihr Unternehmen mal so richtig läuft? Der Kapitalbedarf beschreibt wie viel Kapital Sie für welche Investitionen benötigen. Das gilt bei einer Neugründung ebenso wie bei Übernahmen. Deshalb spielt Planung auch hier eine entscheidende Rolle. Kalkulieren Sie das benötige Kapital vorsichtig. Im Businessplan haben Sie sich bereits über die Finanzierung grob Gedanken gemacht. Nun gilt es diese zu konkretisieren. Ein gut kalkulierter Kapitalbedarf ist die beste Medizin gegen Zahlungsunfähigkeit.

Langfristiger und kurzfristiger Kapitalbedarf

Überlegen Sie welche Investitionen zu tätigen sind um als Unternehmen zu funktionieren. Welche Investitionen davon sind kurz- und langfristig? Das meint der kurz- bzw. langfristige Kapitalbedarf. Langfristig ist Anlagevermögen in Ihrem Unternehmen, wie z.B. Grundstücke oder Fahrzeuge. Kurzfristig ist Umlaufvermögen in Ihrem Unternehmen, wie z.B. Waren oder Material. Wie hoch ist nun mein Bedarf? Lassen Sie sich mehrere Angebote zu den einzelnen Posten unterbreiten um zu wissen, wie hoch diese ausfallen. Das Gründerservice hilt mit einer Checkliste.

Laufender Kapitalbedarf

Es ist normal, dass Sie in der Zeit nach der Gründung Ihres Unternehmens die laufenden Kosten die getätigten Einnahmen übersteigen. Die Überbrückung der Startphase, in der meist wenig bis kein Umsatz gemacht wird, stellt Ihr Unternehmen auf eine harte Probe. Es vergeht, abhängig von der Branche, unterschiedlich viel Zeit bis Sie tatsächlich Geld sehen! Laufende Kosten fallen aber immer an (z.B. Miete, Personalkosten, Zinsen für Kredite) und werden als laufendes Kapital beschrieben.

Kalkulieren des Kapitalbedarfs

Nun geht es an die Berechnung. Damit ist das einfache Festsetzen des benötigten Kapitals gemeint, ohne dass Sie sich Gedanken über die Kapitalbeschaffung machen. Das ist keine leichte Aufgabe. Wichtigster Ratschlag: Bleiben Sie beim Kalkulieren realistisch und konservativ! Beachten Sie auch diverse Nebenkosten wie Gründungskosten. Es ist von zentraler Bedeutung in den Anfangsmonaten zahlungsfähig zu bleiben. Auch finanzielle Polster für unerwartete Vorkommnisse sind wärmstens zu empfehlen. Ebenso müssen Sie bedenken, dass Sie Ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen. Setzen Sie also die Ausgaben möglichst hoch an, um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben.

Goldene Finanzierungsregel

Die goldene Finanzierungsregel (auch Bilanzregel) besagt, dass langfristiges Vermögen durch langfristiges Kapital finanziert sein soll. Klingt weitaus komplizierter als es ist. Langfristiges Vermögen ist Anlagevermögen (z.B. Maschinen, Fahrzeuge). Langfristiges Kapital ist (in erster Linie) Eigenkapital. Halten sich diese Werte etwa die Waage gilt die goldene Finanzierungsregel als erfüllt.

Im Gegenzug kann kurzfristiges Vermögen (Umlaufvermögen wie z.B. Handelswaren) durch kurzfristiges Kapital (Fremdkapital) gedeckt sein.

Finanzplan

Durch eine sorgfältige und vorsichtige Kapitalbedarfsermittlung wissen Sie nun wie viel Geld sie benötigen werden. Im Finanzplan werden die ermittelten Kosten (Kapitalbedarf) den zu erwarteten Einnahmen (z.B. Umsätze, Kredite, Einlagen) monatlich oder jährlich gegenübergestellt. Durch diese Differenz zwischen Zahlungsausgängen und Zahlungseingänge können Sie schon im Vorhinein feststellen, wie viel Geld wann zur Verfügung stehen muss. Auch hier gilt: Reserven einplanen! Mit einer realistischen und konkreten Finanzplanung erhöhen sich zudem Ihre Chancen, wenn Sie einen Kredit benötigen.

Dieser Artikel stammt von:

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