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Factoring

Unter Factoring versteht man den Verkauf von Forderungen. Dafür gibt es spezialisierte Unternehmen. Möglich ist Factoring ab Lieferforderungen in der Höhe von mindestens 150.000€. Ob diese Finanzierungsform Sinn macht ist abhängig von Faktoren wie Unternehmensgröße, Kundenstruktur und Expansionsplänen. Factoring ist gängige Praxis in der Industrie und im Großhandel.

Funktionsweise

Angenommen Sie haben viele offene Forderungen an Ihre Kunden. Eine Firma (der Factor) kauft Ihnen diese ab, noch bevor Geld von Ihren Kunden geflossen ist. Die Kunden bezahlen anschließend direkt an den Factor. Sie haben keine offenen Forderungen mehr – das Risiko liegt beim Factor. Das ist der Fall, wenn man von echtem Factoring spricht. Beim offenen Factoring weiß der Kunde über diese Schritte Bescheid, beim stillen Factoring wiederrum nicht. Übernimmt der Dienstleister nur Inkasso-Aufgaben – es erfolgt kein Ankauf von Forderungen – heißt das unechtes Factoring.

Factor

Unternehmen, die die Dienstleistung Factoring anbieten sind meist Banken oder Gesellschaften. Factoring-Firmen bieten neben der Übernahme der Forderungen auch weitere Services wie Mahn- und Inkassowesen, Bonitätsprüfungen und Schuldnerbuchhaltung an.

Vorteile von Factoring

  • Sie verfügen vorzeitig über mehr Geld – können damit eigene Schulden tilgen.
  • Das Risiko von Zahlungsausfällen treten Sie an die Factor-Firma ab.
  • Administrative Aufgaben fallen weg.
  • Ihre Bilanz bessert sich schlagartig auf.

Nachteile von Factoring

  • Nur bei hohen Forderungen ist Factoring sinnvoll, weil die Spesen dafür hoch sind.
  • Forderungsabtretungen könnten als schlechte Liquidität gedeutet werden.
  • Ein Factor will Sie oft längerfristig binden.
  • Es sind meist die gesamten Forderungen abzutreten - eine Auswahl ist nicht üblich.
  • Factoring funktioniert nicht bei, wenn Sie mit Ihren Kunden An- und Zwischenzahlungen vereinbart haben.

Dieser Artikel stammt von:

wiwiki.at