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Personalverrechnung im Überblick

In der Personalverrechnung werden, wie der Name schon treffend beschreibt, die Löhne und Gehälter abgerechnet. Da gibt es viele Teile zu beachten, bis letztendlich der fertige Nettobezug (=Auszahlungsbetrag an den Mitarbeiter) errechnet ist. Die Berechnung passiert heute grundsätzlich mit entsprechenden EDV-Programmen.

Überstunden

Arbeiten Ihre Mitarbeiter über die Normalarbeitszeit von täglich acht Stunden oder wöchentlich 40 Stunden hinaus, so machen sie Überstunden. Diese werden besser vergütet als die restliche Arbeitszeit.

Eine Überstunde besteht aus Überstundengrundlohn sowie dem Überstundenzuschlag. Für Normalüberstunden wird ein Zuschlag von 50% gesetzlich vorgeschrieben. 100% Zuschläge werden für Überstunden an Sonn- und Feiertagen oder bei Nachtarbeit verrechnet.

Überstunden werden bei der Sozialversicherungsberechnung bis zur Höchstgrenze ganz normal berücksichtigt. Bei 50%-igen Überstunden sind die ersten zehn Zuschläge lohnsteuerfrei (max. 86€). Bei 100%-igen Überstunden sind Zuschläge bis max. 360€ lohnsteuerfrei.

Der Betrag für die Überstunden wird zum Bruttobezug addiert.

Überstundenpauschale

Um die umfangreiche und aufwendige Berechnung der einzelnen Überstunden zu vereinfachen, kann auch eine Überstundenpauschale eingesetzt werden. Dieser Betrag wird grob für die Überstunden angenommen. Wie viele Überstunden tatsächlich geleitest werden, muss von Zeit zu Zeit überprüft werden um einen fairen Pauschalbertag festlegen zu können.

Mehrarbeit

Das Arbeitszeitgesetz legt eine Normalarbeitszeit von 40 Wochenstunden fest. Einige Kollektivverträge, wie der des Handels, haben aber eine Arbeitszeit von 38,5 Wochenstunden festgelegt. Stunden, die in diese Differenz fallen, werden ohne Zuschlag entlohnt. Es sind also praktisch Überstunden mit einem Zuschlag von 0%.

Sozialversicherung

Der Dienstnehmer hat ebenso wie der Dienstgeber einen Anteil zur Sozialversicherung (beinhaltet Pensions-, Unfall-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung) zu leisten. Bei Angestellten ist dieser aktuell 18,07% und bei Arbeitern 18,20% vom Bruttobezug. Dieser Satz minimiert sich im Niedriglohnbereich (Grund dafür ist ein geringerer Arbeitslosenversicherungsbeitrag).

Lohnsteuer

Zur Berechnung der Lohnsteuer errechnet Sie sich die Lohnsteuerbemessungsgrundlage. Dafür werden vom Bruttobezug die Sozialversicherung und diverse andere lohnsteuerfreie Beträge abgezogen. Die Lohnsteuerbemessungsgrundlage legt fest wie hoch die Steuersatz und die Absetzbeträge für den Mitarbeiter ausfallen. Das ist in der sogenannten Effektiv-Tarif-Tabelle festgeschrieben. Lohnsteuerfreie Beträge sind:

  • Freibetrag: ein solcher kann auf Grund von z.B. Werbekosten, Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen vom Mitarbeiter beim Finanzamt beantragt werden.
  • Pendlerpauschale: Steuerbegünstigung für Personen mit einem langen Anreiseweg zur Arbeit. Die Höhe variiert je nach zurückgelegter Distanz, sowie ob öffentliche Verkehrsmittel zumutbar sind oder nicht.
  • Gewerkschaftsbeitrag: ebenfalls lohnsteuerfrei, 1% des Bruttolohns (max. 30,55€)

Abzugsbeträge vom Nettobetrag

Der Nettobetrag ist das was Ihr Mitarbeiter letztendlich auf sein Konto überwiesen wird. Sie als Arbeitgeber ziehen aber einige Beträge gegebenenfalls gleich ab.

  • Gewerkschaftsbeitrag: Beitrag zur Finanzierung der Gewerkschaft, beträgt aktuell 1% vom Bruttobezug, maximal jedoch 30,55€.
  • Akontozahlung: Rückzahlung eines bereits an den Mitarbeiter ausbezahlten Teiles des Bezuges
  • Betriebsratsumlage: Beitrag für die Finanzierung des Betriebsrates

Sonderzahlungen

Sonderzahlungen (auch sonstige Bezüge) sind finanzielle Beiträge, die Dienstnehmer zusätzlich zu den zwölf Monatsgehältern bzw. -löhnen erhalten auf einmal ausbezahlt bekommt. In Österreich ist es üblich, dass Dienstnehmer ein 13. und 14. Gehalt bekommen. Das ist aber allgemein nicht gesetzlich definiert. Viele Kollektivverträge schreiben es aber dann verpflichtend vor. Die Urlaubsbeihilfe (Urlaubsgeld) wird in der Regel im Juni/Juli ausbezahlt. Die Weinachtsremuneration (Weihnachtsgeld) im November/Dezember. Andere Sonderzahlungen sind beispielsweise ein Bilanzgeld oder ein Jubiläumsgeld.

Für Sonderzahlungen gibt es gegenüber dem monatlichen Entgelt einige Begünstigungen:

  • Freibetrag: 620€ der Sonderzahlungen sind lohnsteuerfrei.
  • Lohnsteuer: Bezüge, die innerhalb des Jahressechstels (=zwei Monatsbezüge, genannt Sechstelgrenze) bleiben, werden einheitlich mit 6% Lohnsteuer versehen – ansonsten wie üblich. Ausnahme: Das Jahressechstel ist kleiner als 2.100€, dann entfällt eine Besteuerung.
  • Sozialversicherung: Ein Prozent gegenüber dem normalen Prozentsatz wird abgezogen, z.B. 17,07% bzw. 17,20%)

Geringfügig Beschäftigte

Geringfügig beschäftigt ist jemand, der weniger als 405,98€ (=Geringfügigkeitsgrenze) im Monat (31,17€ täglich) verdient. Es ist keine Sozialversicherung zu bezahlen, folglich entfallen aber Kranken-, Arbeitslosen- und Pensionsversicherung. Eine Unfallversicherung füttern Sie als Dienstgeber mit Geld.

Werte: Stand 2015

Dieser Artikel stammt von:

wiwiki.at