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Bilanzierungsgrundsätze

Bei der Erstellung eines Jahresabschlusses bzw. einer Bilanz sind einige Grundsätze zu berücksichtigen. Diese tragen den Titel „Grundsätze ordnungsgemäßer Bilanzierung“.

Grundsatz der Bilanzwahrheit

Dieser besagt, dass alle Werte betreffend dem Vermögen und der Schulden, der Wahrheit entsprechend, anzugeben sind.

Grundsatz der Bilanzklarheit

Die Bilanz braucht eine klare und übersichtliche Gliederung des Vermögens. Die einzelnen Positionen sind aussagekräftig und typisch zu bezeichnen, damit eine eindeutige Differenzierung stattfinden kann. Für Dritte soll ein Überblick über das Wirtschaften Ihres Unternehmens schnellstmöglich ablesbar sein.

Grundsatz der Vollständigkeit

Der Jahresabschluss darf sprichwörtlich nicht löchrig wie Käse sein, sondern muss alle Bestandteile, wie z.B. Verbindlichkeiten, Rückstellungen und natürlich die einzelnen Vermögensgegenstände, penibel dokumentieren.

Grundsatz der Bilanzkontinuität

Der Jahresabschluss muss durchgängig nach denselben Richtlinien betreffend Form, Gliederung und Bewertung erstellt werden. Ausnahme: Es liegen triftige Gründe für eine Abänderung vor.

Grundsatz der Bilanzidentität

Abschlussbilanz des alten Jahres = Eröffnungsbilanz des neuen Geschäftsjahres

Grundsatz der Periodenrichtigkeit

Gewinnerhöhende sowie gewinnmindernde Positionen (Erträge und Aufwände) sind dem jeweilig passenden Geschäftsjahr (=Periode) zuzuweisen, d.h. bei Bedarf in richtigen Teilen abzugrenzen und aufzuteilen.

Grundsatz des Bilanzstichtages

Alle bis zum Bilanzstichtag verursachten Geschäftsfälle sind im Jahresabschluss zu berücksichtigen. Dabei ist es egal, ob man erst nach diesem markanten Tag davon erfahren hat. Genannt wird dies auch Prinzip der Wertaufhellung. Beispiel: Kunde wird vor dem Bilanzstichtag insolvent, aber Sie erfahren erst danach davon. Dieses Ereignis muss aber berücksichtigt werden, d.h. Abschreiben all seiner Forderungen.

Grundsatz der Bilanzvorsicht

Lassen Sie Vorsicht bei der Erstellung der Bilanz walten. Das heißt grundsätzlich mal, dass sich ein Unternehmer nicht reicher machen darf als er ist – im Zweifelsfall sogar ärmer. Dabei spielen zwei Prinzipien eine Rolle. 

Realisationsprinzip: Gewinne und Verluste dürfen (mit Ausnahmen) erst dann geltend gemacht werden, wenn diese auch wirklich realisiert worden sind (=Leistung hat stattgefunden). 

Imparitätsprinzip: Erkannte Risiken und drohende Verluste müssen – auch wenn noch nicht realisiert – berücksichtigt werden, etwa durch entsprechende Bewertungsprinzipien oder Rückstellungen.

Grundsatz der Unternehmensfortführung

Bei der Bilanzierung ist von einem Weiterbestehen des Unternehmens auszugehen. Die Bewertung muss auch dementsprechend erfolgen.

Hinweis:

Bilanzierungsgrundsätze sind nicht zu verwechseln mit den Bewertungsgrundsätzen, obwohl sich diese teilweise überschneiden.

Dieser Artikel stammt von:

wiwiki.at